Gepulste Radiofrequenztherapie

Schmerztherapie - Was man gegen den Schmerz tun kann

NEU: Gepulste Radiofrequenz Therapie (PRF)

Bis vor einigen Jahren wurde die Radiofrequenz in der Schmerztherapie vor allem zur Hitzeverödung der Schmerznerven bei Wirbelgelenksarthrose und vergleichbaren Erkrankungen eingesetzt. Jetzt können aber auch Nervenschmerzen wie bandscheibenbedingte Nervenwurzelreizungen und andere Schmerzursachen mit der PRF behandelt werden. Hierbei werden im Umfeld der Nadelelektroden starke elektrische Felder erzeugt, ohne das Gewebe über 42 Grad Celsius zu erhitzen.

Die Stärke dieses elektrischen Feldes kann an der Elektrodenspitze bis zu 50.000 V/m betragen. Dadurch werden die Schmerzleitfähigkeit der Nervenzellen, die Durchlässigkeit der Zellmembran und viele weitere Vorgänge unterhalb des Zellniveaus verändert.

An Entzündungsprozessen beteiligte Zytokine wie Interleukin-1b und Interleukin-6 werden gehemmt und Immunzellen stimuliert. Man spricht hier von Neuromodulation. Das Resultat ist eine Schmerzlinderung bis hin zu Schmerzfreiheit, die über ein Jahr anhalten kann. Die Wirkung dieser KORTISON FREIEN Behandlung scheint der alleinigen Injektion von Kortison überlegen zu sein.

Die PRF ist deshalb auch eine sehr interessante Alternative für Patienten, die kein Kortison wollen oder aus gesundheitlichen Gründen keines erhalten dürfen, zum Beispiel Diabetiker

Mittlerweile existieren aus verschiedensten Ländern wissenschaftliche Studien, die gepulste Radiofrequenz untersuchen und als wirksam in der Behandlung von neuropathischen Schmerzen infolge von Bandscheibenvorfällen bestätigen.

Auch beim sogenannten discogenen Schmerz, der auf Verschleißprozesse innerhalb der Bandscheiben zurückgeht und zu hartnäckigen Nacken-oder Kreuzschmerzen führt, gibt es vielversprechende Ergebnisse mit der gepulsten Radiofrequenz.

Gepulste Radiofrequenztherapie bei Gelenk- und Weichteilschmerzen

Die nicht operative Behandlung von degenerativen Schäden der Gelenke stellt für die Orthopädie eine große Herausforderung dar. Neben der Gabe von Gelenkschmiere in Form von Hyaluronsäure, einem natürlichen Knorpelbaustein, läuft es in vielen Fällen auf die Injektion von Kortison hinaus. Diese ist jedoch mit Nebenwirkungen und Risiken verbunden und führt wie die Injektion von körpereigenen Blutzellen oder Stammzellen darüber hinaus oft nicht zum gewünschten Ergebnis.

Eine neuartige Anwendung der Radiofrequenz, die gepulste Radiofrequenz, bietet jetzt nebenwirkungsfreie Hilfe bei Gelenk-und Weichteilschmerzen unterschiedlicher Art. Hierbei werden eine oder mehrere Nadelelektroden unter Durchleuchtungskontrolle zum Beispiel in das Kniegelenk, Hüftgelenk, Schultergelenk, Sprunggelenk, Handgelenk, Fingergelenk oder an die schmerzhafte Stelle des Ellenbogens eingebracht und durch die Erzeugung sehr starker elektrischer Felder ohne wesentliche Erhitzung des Gewebes die Schmerzhaftigkeit nachhaltig verringert. Die Gabe von Kortison ist nicht erforderlich.

Die Wirkungsweise der PRF bei Gelenkbeschwerden ist im vorhergehenden Absatz erklärt.  Kombiniert wird diese Behandlung manchmal mit der zeitgleichen Gabe von Hyaluronsäure, der natürlichen Gelenkschmiere. Die Wirkung hält meist bis zu ein Jahr an und kann bei Bedarf beliebig oft wiederholt werden.